CORONA: DAS MÜSSEN KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFTSUNTERNEHMEN JETZT WISSEN

Diese Informationen werden regelmäßig aktualisiert!
Stand: 22.03.2020

 

Zahlreiche Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft trifft die reihenweise Absage von Veranstaltungen ins Mark. Mit unserer aktuellen Umfrage erfassen wir die Umsatzausfälle und erheben, was Kultur- und Kreativwirtschaftsunternehmen jetzt helfen würde.

DIESE HILFEN GIBT ES AKTUELL

+++ EILMELDUNG +++

LAND GEWÄHRT SOFORTHILFE FÜR KÜNSTLER – WEITERE UMFANGREICHE MAßNAHMEN ZUR UNTERSTÜTZUNG DER KUNST- UND KULTURLANDSCHAFT GEPLANT

Mit Pressemitteilung Nr. 131/2020 vom 20. März 2020 kündigt die Staatskanzlei und Kulturministerium Sachsen-Anhalts eine kurzfristige Soforthilfe in Höhe von 400 € pro Monat und Person an. Antragsberechtigt sind selbständige Künstlerinnen und Künstler, die in den Bereichen Musik, darstellende oder bildende Kunst ihre künstlerische Tätigkeit schaffen, ausüben oder lehren sowie Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Die künstlerische oder schriftstellerische Tätigkeit wird erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausgeübt. Die Antragsberechtigten müssen ihren Wohnsitz in Sachsen-Anhalt haben.

Das Antragsformular wird in Kürze auf der Webseite des Landesverwaltungsamts zur Verfügung stehen.

AUSSETZUNG UND HERABSETZUNG VON STEUERZAHLUNGEN
Auf Antrag können laufende Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer herabgesetzt oder ausgesetzt werden. Fällige Steuerzahlungen lassen sich stunden, Säumniszuschläge können erlassen werden. Auf Vollstreckungsmaßnahmen kann vorübergehend ebenso verzichtet werden. Bitte wendet Euch direkt telefonisch an das für Euch zuständige Finanzamt. Wir haben aus dem Netzwerk Rückmeldungen, dass die Finanzämter sehr verständnisvoll und unbürokratisch reagieren und Ihr die Vorauszahlungen telefonisch minimieren oder sogar aussetzen könnt.
Über die Landesseite sind die zuständigen Finanzämter zu erreichen.

ENTSCHÄDIGUNG BEI VERDIENSTAUSFALL DURCH QUARANTÄNE
Wer auf Grund des Coronavirus offiziell unter Quarantäne gestellt wird, einem Tätigkeitsverbot unterliegt und dadurch einen Verdienstausfall erleidet, kann über das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt eine Entschädigung beantragen. Nach dem Infektionsschutzgesetz erhalten auch Selbstständige und Freiberufler den Verdienstausfall ersetzt. Grundlage der Berechnung der Entschädigung ist der letzte vorliegende Einkommenssteuerbescheid. Die Anträge sind innerhalb einer Frist von drei Monaten nach Tätigkeitsunterbrechung oder dem Ende der Quarantäne beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt zu stellen. Den Antrag auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz für Selbständige findet ihr hier. Bei einer Existenzgefährdung können Mehraufwendungen beantragt werden. Falls Ihr als Selbständige nicht gesetzlich kranken-, renten- und pflegeversichert seid, habt Ihr Anspruch auf Erstattung Eurer Aufwendungen für soziale Sicherung in angemessenem Umfang.

KURZARBEITERGELD
Unternehmen mit mindestens einem/r MitarbeiterIn können Kurzarbeitergeld beantragen. Beim Kurzarbeitergeld übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn eine Firma ihre Beschäftigten in Kurzarbeit schickt. Den ArbeitgeberInnen sollen außerdem die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden erstattet werden. ArbeitgeberInnen können Kurzarbeitergeld beantragen, mindestens 10% der Belegschaft von einem erheblichen Arbeitsausfall betroffen ist. Die Maßnahme soll Unternehmen helfen, bei eingebrochenem Geschäft MitarbeiterInnen zu halten. Achtung: Kurzarbeitergeld gibt es nicht für geringfügig Beschäftigte! Weitere Informationen auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit

LIQUIDITÄTSHILFEDARLEHEN
Zinssubventionierte Liquiditätshilfedarlehen sind einfach gesprochen Kredite, die dazu dienen sollen, Zahlungsausfälle zu überbrücken. Zu Zinssätzen und Antragsverfahren informiert die Investitionsbank Sachsen-Anhalt unter der Hotline für von den Auswirkungen des Coronavirus betroffenen Unternehmen: 0800 56 007 57.

Das Bundeswirtschaftsministerium verweist auf die Angebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

KONTOKORRENTKREDIT
Ihr könnt bei Eurer Hausbank außerdem einen sogenannten Kontokorrentkredit beantragen, also einen Kredit mit dem Ihr Euer Konto überziehen könnt. Bitte beachtet jedoch, dass die Zinsen dafür in der Regel deutlich über dem allgemeinen Zinsniveau liegen. Zu Konditionen und Zinssätzen musst Ihr Euch direkt bei Eurer Hausbank erkundigen.

SOFORTHILFEN
Über die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten mbH (GVL) können InhaberInnen eines Wahrnehmungsvertrags aus der freien Szene eine einmalige Soforthilfe in Höhe von 250 Euro beantragen, wenn sie durch virusbedingte Veranstaltungsabsagen Honorarausfälle erlitten haben. Betroffene wenden sich zur Beantragung bitte direkt an die GVL.

Ihr könnt Angesicht der aktuellen Situation auch Anträge an den Beihilfefonds der VG Wort stellen. Journalistinnen können über das Sozialwerk des Deutschen Journalistenverbands Sachsen. Das Formular für die Antragstellung findet Ihr hier. Bitte beachtet dabei, dass Ihr bei der Antragstellung umfangreich Eure Einkommenssituation offenlegen müsst, da die Hilfen in erster Linie sozialen Härtefällen zugute kommen sollen. Ob die Sozialfonds weiterer Verwertungsgesellschaften bei Härtefällen aus der jetzigen Situation auch greifen, versuchen wir im Moment herauszufinden.

ZAHLUNG VON BEITRÄGEN ZU SOZIALVERSICHERUNG
Uns ist momentan nicht bekannt, dass Arbeitgeber die Beiträge zur Sozialversicherung stunden oder aussetzen können.

Als Selbständige könnt Ihr Euch bei Eurer Krankenkasse erkundigen und darum bitten, aufgrund der wesentlich geringeren Umsatzprognose Eure Beiträge auf den Mindestbeitragssatz herabzusetzen.

KSK
KünstlerInnen und PublizistInnen, die in der Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind, können jedoch eine Änderungsmitteilung darüber machen, dass sich ihr Arbeitseinkommen ändert. Das Formular findet Ihr hier. Aus dem Netzwerk haben wir den Hinweis, dass es ratsam ist, das geschätzte Jahreseinkommen mit dem jährlichen Mindesteinkommen von 3.900 EUR anzugeben. Zwar wirkt sich dies erst im übernächsten Monat ab, umso wichtiger ist es, dass ihr hier jetzt schnell seid, damit der reduzierte Beitrag nicht erst im Monat drauf wirksam wird. Offenbar soll ein Sonderprogramm für freiberufliche Künstler*Innen auf den Weg gebracht werden. Die Informationen dazu wird die KSK veröffentlichen.

Als KSA-abgabepflichtiges Unternehmen könnt ihr versuchen, bei der Künstlersozialkasse eine Stundung von Zahlungen der Künstlersozialabgabe zu erwirken.

AUSFALLHONORARE
Ob Ihr vom Auftraggeber ein Ausfallhonorar bekommt, hängt von Euren individuellen Vertragsbedingungen ab. Auch mündlich oder per SMS/WhatsApp geschlossene Vereinbarungen sind wirksam. Achtet beim Abschluss neuer Verträge darauf, dass es Regelungen über Ausfallhonorare gibt. Habt Ihr in einem Projekt bereits Teilleistungen erbracht, habt Ihr zumindest anteilig Anspruch auf das Honorar.

FÖRDERMITTEL FÜR LAUFENDE PROJEKTE
Ihr setzt gerade mit Hilfe von Fördermitteln ein Projekt um und müsst Veranstaltungen und/oder Reisen absagen? Wie sich das auf die Abrechnung der Fördermittel auswirkt, dazu gibt keine allgemeingültig Regelung. Wir gehen davon aus, dass die fördernden Stellen die Projektträger in Kürze individuell informieren werden. Zahlreiche Verbände setzen sich aktuell dafür ein, dass die aktuelle Situation sich nicht negativ auf die Zuwendungsempfänger und die beteiligten Kultur- und Kreativschaffenden auswirkt.

ENTSCHÄDIGUNGEN
Entschädigungszahlungen für ausgefallene Honorare von staatlicher Seite gibt es momentan nicht. Aktuell sind im Gespräch Maßnahmen der Künstlersozialkasse und auch die Bundesbeauftragte für Kultur- und Medien hat Unterstützung angekündigt. Außerdem sammelt eine Petition momentan Unterschriften für Hilfen für FreiberuflerInnen und KünstlerInnen während des “Corona-Shutdowns”.
Die Kampagne #dontstopcreativity sammelt zudem Ideen, Sorgen und Lösungsvorschläge zur aktuellen Krise für die Kultur- und Kreativschaffenden in Deutschland.
Wir informieren Euch sofort, sobald es weitere Hilfen geben sollte.

WEITERE INFORMATIONEN

HINWEISE DER FACHVERBÄNDE

AKTUELLE INFORMATIONEN ZU VERANSTALTUNGEN
In Sachsen-Anhalt gilt aktuell ein generelles Veranstaltungsverbot für Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Die Verordnung vom 17.03.2020 fordert, dass für alle Veranstaltungen bis 50 Personen die Personalien aller TeilnehmerInnen gemeldet werden müssen und Sicherheitsabstände eingehalten werden müssen. Die Stadt Halle hat mit der Ausrufung des Katastrophenfalles am 17.03.2020 und der Pressekonferenz am 18.03.2020 ein generelles Versammlungsverbot verordnet.

WAS WIR MOMENTAN TUN

Wir sind im Gespräch mit dem Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt und haben auf der Grundlage der Rückmeldungen von Selbständigen und Unternehmen auf unsere noch laufende Umfrage erste Einschätzungen zu den Auswirkungen des Coronavirus auf die Kultur- und Kreativwirtschaft abgegeben. Parallel stimmen wir uns mit den KollegInnen aus dem Netzwerk der Fördereinrichtungen für die Kultur- und Kreativwirtschaft und dem Bundesverband KREATIVE DEUTSCHLAND ab.

Über unsere Social Media Kanäle Facebook oder Twitter veröffentlichen wir tagesaktuell weitere Infos.

Für die Bereitstellung der o.g. Informationen danken wir insbesondere dem Partnernetzwerk KREATIVES SACHSEN.


Wir weisen darauf hin, dass die Angaben in diesem Beitrag nicht rechtsverbindlich sind.

 

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